Chronik der Gemeinde Colmar-Berg

 

Der Ursprung der Ortschaft Colmar-Berg ist unbekannt. Funde von Steinwerkzeugen lassen jedoch darauf schließen, dass die Stätten ab der Mousterienzeit (40000 vor unserer Zeitrechnung) bewohnt waren. Auch nach der Steinzeit war die Gegend bewohnt, auf dem Bann Berg findet man Grabhügel welche teilweise aus dem 12. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung stammen. Auch die Kelten haben den Ort bewohnt, zeugt doch der Name Colmar (COL = Hügel MAR = groß) keltischen Ursprungs. Interessant ist auch, dass der Name des Ortsteils „Geismühlen“ einen keltischen Ursprung hat, so bedeutet das Wort „Geis“ im Keltischen Furt. An der Attertmühle gelegen, wo ein keltisch-römischer Weg durch den Fluss verlief, wurde der Ort von einem römischen Wachposten auf dem gegenüber liegenden Hügel bewacht.

Überreste römischer Villen aus dem 3. Jahrhundert wurden in der näheren Umgebung von Colmar und Berg gefunden. Erstmals wird der Ort Berg im Jahre 800 erwähnt und dies im Register von D. Irminae „Villam, Cujus Vacabulu est montis“. Die hier genannte Villa könnte der Ursprung von Schloss Berg sein, welches um 1740 gebaut wurde.

Um 1655 baute Jean Piret das Schloss sowie die Schmiede Brückenberg in Colmar. Einige Autoren erwähnen ein anderes Schloss welches auf dem Mühlenberg gestanden haben soll. Grabungen haben allerdings ergeben, dass es sich hierbei eher um eine Fluchtburg handelt, deren Ursprung unklar ist.

Im Mittelalter, bedingt durch Kriege sowie die Pest, gab es nur wenige Einwohner in Colmar, Berg und Welsdorf, 17 Familien 1540 sowie nur 5 im Jahre 1641. Die Bewohner, ausgenommen die Adligen, waren Leibeigene welche das Land des Adels bestellten. Ab dem 17. Jahrhundert, bedingt durch das Aufkommen der Schmieden, erhöhte sich die Bevölkerungszahl.

Die ersten Arbeiter kamen aus Wallonien und waren Hüttenfachkräfte, derweil die Handlanger aus der Gegend kamen. Um der Nachfrage nach Baumaterial nachzukommen, bedingt durch die steigende Einwohnerzahl, entstanden Steinbrüche in Colmar und auf Berg.

Um 1850 vergrößerte und restaurierte König-Großherzog Willhelm II. Schloss Berg, welches er vom Hüttenherrn Alphonse de Pasquiers de Dommartin erworben hatte. Die Gräber mit gusseisernen Deckplatten auf dem Friedhof Berg, zeugen heute noch vom Können der damaligen Gießermeister.

Langsam stieg die Bevölkerung von 502 im Jahre 1834 auf 558 im Jahre 1846, um 1866 schließlich 671 Einwohner zu zählen. Mit der Schließung der Schmiede, den Hochöfen, den Werkstätten sowie der Gießerei im Jahre 1917 wanderte ein Teil der Arbeitskräfte ab. Der Abriss und der Neubau von Schloss Berg sowie das Entstehen des Kalkwerkes „Chaudolux“ konnten das Abnehmen der Einwohnerzahl nicht aufhalten.

Mit der Niederlassung des Goodyear-Werkes, in welchem 1951 die Reifenproduktion begann, erlebte die Gemeinde einen neuen Aufschwung. Da letzteres auf dem früheren Hüttengelände erbaut wurde, fielen im Jahre 1960 die Überreste von Schloss Brückenberg dem Ausbau der Produktionsstätten zum Opfer. Da es zu dieser Zeit wenig Bauland gab und dazu noch teuer war, ließ sich die Entwicklung der Ortschaft eher langsam an.

Die Erschließung sowie der Verkauf von Bauland durch die Gemeindeverwaltung ab dem Jahre 1970 ließ die Einwohnerzahl wachsen. Dieses bedingte immer wieder neue Schulgebäude, neue Sportstätten sowie größere gemeindeeigene Verwaltungsgebäude und ein Kulturzentrum.

Das Entstehen des Goodyear Forschungszentrums 1968, des Textilwerks 1969, der Produktionsstätte für Vulkanisationsformen 1970, sowie der Stahlseilproduktion 1971 auf dem Gebiet einer Nachbargemeinde, hatten ein stetiges Ansteigen der Arbeitnehmerzahlen zur Folge. So beschäftigen die Goodyear-Werke heute ungefähr 3600 Personen.

Verschiedene Privatunternehmern wie die Ateliers Arendt-Schackmann, Toiture Moderne, die „Superdrëckskëscht“ usw. sowie das öffentlich-rechtliche Fahrsicherheitszentrum beschäftigen mehrere 100 Arbeitnehmer.
Colmar-Berg zählt heute 1850 Einwohner, eine Zahl die bis zum Jahr 2015 über 2000 steigen wird.

JPA Jung

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